Ivan's War

Nach unten

Ivan's War

Beitrag  Bernd am Sa Okt 07, 2017 2:17 pm

Die Geschichte des Zweiten Weltkrieges in Russland ist bisher als Geschichte der Sowjet-Diktatur und ihrer Generäle erzählt worden. Über das Leben des »gewöhnlichen« russischen Soldaten, der selbst von den eigenen Leuten »Iwan« genannt wurde, ist wenig bekannt. Man weiß so gut wie nichts über die brutale Wirklichkeit seines alltäglichen Lebens, über seine Träume und sein Sterben. Die englische Historikerin Catherine Merridale hat Pionierarbeit geleistet:

Ivan's war: : Life and Death in the Red Army, 1939-1945



462 Seiten
ISBN-13: 978-0312426521
ca. 20 Euro

Während man über die Westalliierten und die Nazi-Armee im Überfluß Lesestoff findet, sind Informationen über die Wirklichkeit des Krieges für den Rotarmisten eher rar. In der Tat wurde die Geschichte über die Ostfront von deutschen Offizieren geprägt, die nach dem Krieg für die Amerikaner arbeiteten. Natürlich hat das auch etwas mit dem Kalten Krieg, geschlossenen Archiven und der Kriegsmythologie der offiziellen Sowjetunion zu tun. Und so ist es nicht verwunderlich, dass es so lange gedauert hat, bis jemand Informationen, Augenzeugenberichte und Material gesammelt hat, um jenseits der Regimenter, Divisionen und Armeen dem einfachen Soldaten ins Tagebuch zu schauen. Und einfach waren sie. Ein Großteil der Männer stammte aus einfachsten Verhältnissen, so mancher hatte zuvor noch nie eine Glühbirne gesehen.

Merridale hat eine wahre Sysiphus-Arbeit vollbracht. Sie hat zwischen Freiburg (Militärarchiv) und Moskau viele Orte besucht, recherchiert und interviewed. Das Ergebnis überzeugt, auch als Leseerlebnis.

_________________
„Seamos realistas y hagamos lo imposible.“ [Che Guevara]

Bernd
Admin

Anzahl der Beiträge : 24
Anmeldedatum : 12.06.16
Ort : Freiburg/Emmendingen

Benutzerprofil anzeigen http://bernd-serr.forenverzeichnis.com

Nach oben Nach unten

Nach oben


 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten